ATELIER SCAPIN
Städtebau / Landschaft / Architektur / MSc ETH

Studien, Wettbewerbe, Direktauftraege, Kollaborationen

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Urban Studies, Architektur, Landschaft
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Atelier Scapin - MSc ETH
Städtebau / Landschaft / Architektur
Wir erleben eine Zeit in der sich unsere Umwelt rasant transformiert. Angetrieben durch demografische Verschiebungen, klimatische Herausforderungen, neue Formen der Mobilität, soziale Transformationen und wirtschaftliche Dynamiken entstehen neue Kräfte, die den umgebenden *Raum prägen und neu formen werden.
Das atelier scapin bearbeitet diesen Raum, den wir mit all unseren Sinnen erfahren, begehen, sehen, riechen und hören. Die Hügel, Kirchen, Bäume und Plätze bilden einen ortsspezifischen Raum. Mit der Zeit entsteht so durch immer neue Ablagerungen ein vielschichtiges räumliches Geflecht, in dem Spuren früherer Traditionen, Nutzungen und Bedürfnisse sichtbar bleiben, während neue Eingriffe weitere Schichten hinzufügen und Bezüge verändern.
Diesen Raum zu bearbeiten bietet die Möglichkeit einerseits neue Nutzungen und Bedürfnisse zu platzieren, und gleichzeitig an den Bezügen zu arbeiten. So können auch scheinbar kleine Eingriffen, neue Handlungsfelder und greifbare Freiräume für die anstehende Transformation eröffnen. Nicht als abstrakte Konzepte sondern als einfach kommunizierbare und qualitätsvolle Räume. Wir nehmen den Raum ernst. Indem wir ihn, kartieren, modellieren, fotografieren, besprechen, und beschreiben lassen sich komplexe Zusammenhänge darstellen, anschaulich diskutieren, und verständlich kommunizieren.
* Landschafts-, Siedlungs-, Stadt-, Frei-, Grün-, Strassen-, Innen- und Wohnraum
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Wartenberg

Projektwettbewerb Wartenbergstrasse

offener Wettbewerb, Pratteln BL, 2025
Als 1939 das bestehende Wohngebäude an der Wartenbergstrasse gebaut wurde, war die Umgebung praktisch unbebaut und wurde mehrheitlich landwirtschaftlich genutzt. Die langgestreckten Parzellen, die wahrscheinlich aus der Zelgenwirtschaft (Dreifelderwirtschaft) und durch wiederkehrende Erbteilungen zu ihrer heutigen Form fanden, zeugen noch heute von der landwirtschaftlichen Vergangenheit. Diese Parzellenstruktur ist bis heute für die Bebauung in der näheren Umgebung prägend. Sowohl die grossmassstäblichen Mehrfamilienhäuser nördlich, als auch die (Reihen-)Einfamilienhäuser südlich der Wartenbergstrasse entwickeln sich in die Tiefe dieser langen Parzelle und besetzen städtebaulich deren Mitte. Damit wird der Freiraum zerstückelt und an die Ränder gedrängt. Eine kurze Analyse der historischen Siedlungstypologien der Umgebung und des Dorfkerns von Pratteln macht klar, dass die historischen und landwirtschaftlichen Gebäude - wie das Baselbieter Bauernhaus (das Dreisässenhaus) auf ähnlichen - länglichen - Parzellierungsstrukturen stehen, eine angemessene Dichte und gleichzeitig einen grosszügigen Garten und eine freie Mitte erhalten - vergleichbar mit der städtebaulichen Setzung des bestehenden Wohnhauses. Teile dieser Bebauungsstrukturen finden sich heute noch am Schützenweg in Prattel, der Hauptstrasse in Muttenz, oder der Hauptstrasse Arisdorf.
Die Vorstellung der Gewona Nord-West hier eine zeitgenössische Umsetzung des «Stöckli»-Wohnens anzustreben, sowie die städtebauliche Erkenntnis, dass mit einer strassenbegleitenden Bebauung der üppige Garten hier erhalten bleiben kann, bildet den Startpunkt und die Ausgangslage für den Entwurf. Ganz im Sinne des Stöckli-Wohnens - auch einer landwirtschaftlichen Wohnform - und dem Typus des Dreisässenhaus folgend (bestehend aus Wohnhaus, und Ökonomietrakt mit Scheune und Stall), wird zwischen der Wartenbergstrasse und dem unteren Rütschtetenweg eine Hofbebauung vorgeschlagen, die den üppig und vielfältig bepflanzten Garten und die prächtige Linde in der Mitte der Parzelle erhalten.
Durch einen Zufall der Geschichte, steht das bestehende Wohngebäude leicht azentrisch, sodass sich das Wohnhaus entlang der Wartenbergstrasse nach Osten um einen neuen «Ökonomietrakt» - dem neuen Scheuenhaus - erweitern lässt und so ganz selbstverständlich zum neuen Haupthaus des neuen Gehöftes wird. Inspiriert von Baselbieter Bauernhaus wird so mit dem neuen Stöckli im Süden eine ursprünglich bäuerische und dörfliche Bebauung re-imaginiert und wieder eingefügt - als wäre sie schon immer hier gestanden.
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Wibich

Projektwettbewerb Wibichstrasse

offener Wettbewerb, Zürich, 2024
I. Vielfältige Häuserkette - identitätsstiftende Häuser, aus dem Massstab des Quartiers entwickelt
Im Quartier und der näheren Umgebung zur Wibichstrasse treffen unterschiedliche Siedlungstypen aufeinander und bilden das heterogene Quartier unterhalb des Bucheggplatzes. Besonders die Punktbauten entlang des Käferbergs, die vereinzelt auch in der näheren Umgebung der Parzelle anzutreffen sind und die grossmassstäblichen, genossenschaftlichen Siedlungen prägen das Quartier. In diesem heterogenen Kontext schlagen wir eine Kippfigur vor, die versucht den verschiedenen Typologien und Massstäben gerecht zu werden: Die Häuserkette. Die Häuserkette, die aus der Überschneidung der einzelnen Häuser entsteht, erhält ihre innen- und aussenräumliche Vielfalt durch die Aneinanderreihung ihrer Teile. Damit verknüpft sie sich als Kippfigur – mal Haus mal Kette, mal Punkt mal Zeile – mit den umgebenden Siedlungsstrukturen. Den Abschluss der Kette bilden zwei strassenbegleitende Gebäudezeilen, die den Lärm der Buchegg- und der Rötelstrasse einfangen. Entlang der Rötelstrasse, findet die Geschäftsstelle der Genossenschaft Waidberg ihre neuen Räumlichkeiten und trägt so ihrerseits zur Belebung des Strassenzugs bei. Zwischen den zwei Enden wird der Freiraum entlang der Wibichstrasse durch die Häuserkette gegliedert und verleiht ihm durch die gefaltete Fassade einen Gartenstadt-Charakter, der den Strassenraum nicht mit einer durchgehenden Kante definiert, sondern durch Vor- und Rücksprünge prägt. Adressiert werden alle Häuser – mit einer Ausnahme – von der Wibichstrasse her über den chaussierten halböffentlichen Kiesplatz auf der Ebene der Strasse. Damit wird die Wibichstrasse behutsam zur Quartier- und Spielstrasse weiterentwickelt. Der Kiesplatz im Süden ist mit offenen Durchgängen im Erdgeschoss mit dem dicht bepflanzten Hofraum im Norden verbunden. Die drei Durchgänge docken an das bestehende Wegenetz der Genossenschaft Zurlinden an und erschliessen beidseitig je eine Eingangshalle. Entlang der Durchgänge befinden sich auch die Waschküchen und die Gemeinschaftsräume, die auf die Wibichstrasse und den chaussierten Platz blicken.
II. Kiesplatz und Mikro-Wald – zwei Freiräume für die Bewohner:innen und das Quartier
Im Süden entlang der Wibichstrasse bildet eine grosszügige chaussierte Fläche das freiräumliche Entree zu den Häusereingängen. Der Freiraum wird von einer niedrigen Sitzmauer, wie sie für das Quartier typisch ist, umfriedet und zur Wibichstrasse hin abgeschlossen. Die Chaussierung fliesst entlang der Fassaden und den Rändern sanft in einen Schotterrasen über, der sich für temporäre Nutzungen aneignen lässt. Über dem Platz bilden locker gesetzte Silberlinden und Schnurbäume ein durchlässiges Blätterdach. Ein Trinkbrunnen aus Sandstein verleiht dem Freiraum seinen öffentlichen Charakter und dient im Sommer zum Kühlhalten von Getränken beim jährlichen Gartenfest. Im Norden der Häuserkette werden die bestehenden Bäume mit einer Vielfalt von Gehölzen und Sträuchern zu einem mehrstöckigen Mikro-Wald verdichtet. Ein chaussierter Weg parallel zum Terrain weitet und verengt sich und bildet so kleine Lichtungen, die zum Verweilen, zum Lesen oder zum Plaudern im Schatten einladen.
III. Einfaches Haus - kubische Baukörper mit kurzen Spannweiten.
Das einfache Haus ist durch das Raster und das Achsmass von 3.2m bestimmt. Auch der Charakter der Wohnungen werden massgeblich dadurch geprägt. Die kompakten Zimmer mit Lochfenstern bieten einen Rückzugsort mit viel Privatsphäre und Intimität, die auch im Sommer dank den kleineren Öffnungen angenehm kühl bleiben. Die grosszügigen Essküchen dagegen öffnen sich zu den Balkonen in der Gebäudeecke und erlauben es, die Zimmer maximal nutzungsoffen zu bewohnen: So könnte auch eine Wohngemeinschaft in eine 3-Zimmer Wohnung einziehen. Die Wohnungen in den innenliegenden Ecken, erhalten ein geschosshohes Eckfenster, welches Tageslicht bis tief in die Gebäudemitte trägt und massgeblich zur innenräumlichen Vielfalt der tiefen Wohngrundrisse beiträgt. Zuoberst, im Attikageschoss, finden mehrheitlich die Familienwohnungen und die Clusterwohnungen ihren Platz. So erhält jedes Clusterzimmer einen eigenen Aussenraum. Diese Terrassen werden durch Pflanzentröge voneinander abgetrennt und müssen somit nicht mit weiteren, die Brüstungen überragenden Elemente, begrenzt werden. Konstruktiv ermöglicht das enge Achsmass von 3.2m eine effiziente, gerichtete, hybride Skelettbauweise, aus Betonunterzügen und Holzdecken. Dank den geringen Spannweiten können die Brettstapeldecken auf ein Minimum dimensioniert werden, ohne den Schallschutz, die Kosten, oder die CO2-Bilanz zu vernachlässigen. Die vertikalen Lasten werden über die aussteifenden Kerne und entlang der Aussenwände über Punkt- und Streifenfundamente in die tragenden Moränenschichten abgeleitet. Die einfache Geometrie der einzelnen Häuser ermöglichen es zudem die Häuserkette baurechtlich leicht zu justieren und einzupassen.
IV. Re-Use – wiederverwendete Bauteile als Zeugen der Transformation sparen Geld und CO2
Die Bauteile aus dem Bestand werden wo möglich und sinnvoll wiederverwendet. Im Fokus stehen besonders jene Teile, die leicht auszubauen sind und mit jener Wiederverwendung Kosten eingespart werden können. Also Fenster, Sanitärapparate und, wenn möglich, Türen. Zudem soll im weiteren Verfahren die Wiederverwendung der Dacheindeckung (Dachziegel) als Fassadenverkleidung untersucht werden. Das Prinzip der Häuserkette bietet die Chance, für jedes Haus Bauteile mit leicht unterschiedlichen Formaten, Formen und Farben zu verwenden. Durch die Gruppierung der wiederverwendeten Bauteile auf die einzelnen Häuser, wird für jedes einzelne, eine nach Aussen hin ablesbare und einheitliche Identität geschaffen. Gleichzeitig lassen sich die Renovationszyklen auf einzelne Häuser unterteilen und die Bauteile müssen nicht zwangsläufig von derselben Baustelle stammen, um wiederverwendet zu werden. Die Bauteile bringen damit einerseits tiefere Kosten und CO2-Emmissionen und verwurzeln in ihrer Vielfalt und Patina den Neubau in der Transformationsgeschichte des Areals und der Genossenschaft.
V. Kein Untergeschoss - spart Aushub, Geld und CO2
Die bestehende Tiefgarage bleibt erhalten und nimmt die sieben Parkplätze für die Bewohnenden auf. Zusätzlich finden hier Leih-Cargovelos und E-Bikes neben den Motorrädern ihren Platz. Das bestehende Untergeschoss über der Tiefgarage wird zurückgebaut. Im Neubau gibt es keine Untergeschosse. Alle Nebenräume wie Keller, Veloparkplätze, Technikräume, Waschküchen und Gemeinschaftsräume sind im Sockel der Häuserkette im Erdgeschoss untergebracht. Der Sockel ist massiv und verfügt über wenige grossformatige Fenster für die Waschküchen und die Gemeinschaftsräume. Da hier keine Wohnungen untergebracht sind, kann in den angrenzenden Freiräumen gespielt und herumgetobt werden. Mit der Unterbringung der Nebennutzflächen im wird die Ausnützung auf die drei Obergeschosse (Regelgeschosse) verteilt, was das Gebäude besonders kompakt macht. Dadurch wird gleichzeitig die Geschossfläche der Attika bis zum gesetzlichen Grenzwert (§255 Abs. 2 PBG) ausgenutzt.
VI. Chance Arealüberbauung – ein zusätzliches Geschoss mit politischem Rückenwind
Laut Katasterauskunft befindet sich die angrenzende Parzelle WP4552 im Besitz der Stadt Zürich. Zusammen mit dieser könnte eine Arealüberbauung realisiert werden. Damit erhielte die Stadt die Möglichkeit sich politisch mit dem Bau von Wohnungen im preisgünstigen Segment zu profilieren. Die Genossenschaft Waidberg erhält im Gegenzug ca. 3’300m2 zusätzliche aGF. Da das Attikageschoss innerhalb der Arealüberbauung anrechenbar ist, bleiben rund 1’800 m2 zusätzliche aGF. Damit liesse sich ein zusätzliches Regelgeschoss realisieren. Die Attika müsste um 300m2 aGF reduziert werden, was gleichzeitig dabei hilft, den zusätzlichen Mehrhöhenzuschlag (MHZ) gegenüber den Nordparzellen einzuhalten. Der MHZ ist in der gezeigten volumetrischen Parzelle mitgedacht, sodass ein zusätzliches Regelgeschoss ohne nennenswerte Verschiebungen realisiert werden könnte. Das inventarisierte Gebäude auf der Städtischen Parzelle bleibt mit dem Umschwung erhalten, profitiert jedoch von den Erdgeschossnutzungen im Neubau. In der aktuellen politischen Lage sehen wir eine Chance, dass sowohl die Stadt, als auch die Genossenschaft Waidberg – falls dies gewünscht ist – von diesem extra Geschoss profitieren können. Die Häuserkette bietet hierfür die nötige Flexibilität und tritt mit einem zusätzlichen Geschoss und einer weiter zurückspringenden Attika noch kubischer in Erscheinung, ohne die freiräumlichen Qualitäten und die Massstäblichkeit einzubüssen.
Pinciano: ein römischer Stadtteil, der durch seine grossen städtischen und kubischen Mehrfamilienhäuser geprägt ist, die in dicht bewachsenen Gärten stehen. Der Stadtteil Pinciano dient als eines der Vorbilder für die Häuserkette zwischen dem Mikro-Wald und dem städtischen Kiesplatz entlang der neuen Quartierstrasse.
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Brunnenhof

Erweiterung Schulhaus Brunnenhof

offener Wettbewerb, Zürich, 2023
Städtebau, Umgebung + Re-Use
Das orthogonale Raster, das sich zwischen dem bestehenden Hochhaus von Max Bill und der Siedlung Guggach III aufspannt, bildet die städtebauliche Grundlage nach dem sich der Entwurf richtet. Das Raster als modernistisches Gestaltungsprinzip wird hier bewusst übernommen, um mit dem flachen Anbau der zweiten Etappe das Hochhaus zu stärken und dieses durch ein horizontales Gegenstück an die Hofwiesenstrasse anzubinden. Hier markieren zwei transparente Erschliessungstürme den Eingang der Turnhalle und führen den Blick zum öffentlichen Sportfeld auf dem Dach. Durch die orthogonale Setzung und die quer dazu verlaufende Hofwiesenstrasse entstehen zwei gestaffelte Freiräume in Sequenz. Der eine in der Kehle zwischen dem neuen niedrigen Gebäudeflügel und dem Hochhaus von Max Bill. Der Zweite gegenüber, zwischen den zwei Gebäuden der Siedlung Guggach III.Die neue Umgebungsgestaltung folgt ebenfalls der orthogonalen Setzung des Hochhauses und setzt auch das Sportfeld in deren Logik. Dadurch erhält das Haus von Max Bill einen grosszügigen, öffentlichen Vorplatz, der in Zukunft auch als Aussenraum zur Mensa umgenutzt und mit Bäumen bepflanzt werden könnte. Die neue Aussenraumgestaltung übernimmt das Raster aus der Setzung von Max Bill und die Idee der neuen Erweiterung eines Terassen-Hauses und übersetzt dies in eine Terrassen-Landschaft. Alle Terrassen Platten werden aus dem Rückbau des Untergeschosses des ehemaligen Sendetrakts gewonnen, in grossformatige Platten geschnitten, in Splitt verlegt. Übergrosse Fugenbreiten erlauben das Versickern von Regenwasser. Die terrassierte sickerfähige Terrasse wird als Ruderalfläche mit Pionierbäumen zur Stadt-Landschaft, die bewachsen und mit der Zeit erodieren soll. Als wäre sie mit dem Hochhaus geplant und gebaut worden und nun als verwilderte Stadt-Landschaft wiederentdeckt. Die grossen Platten eignen sich natürlich auch bestens zum Pausieren, zum Arbeiten in Gruppen im Freien, oder zum Mittagessen und Sonnenbaden. Die terrassierten Treppen im Aussenraum erlauben ebenfalls eine sanfte Anbindung an die Cluster-Hallen und geben dem Schulgeschoss eine ebenerdige Verbindung zum Aussenraum. Damit können die Cluster-Hallen mit den davorliegenden Pausenflächen, dem Sportplatz und den grünen Terrassen verbunden werden.
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Parkhäuser

78 Parkhäuser für Zürich

Konzeptstudie, Zürich, 2023
Ausgangslage
Der Boden in der Stadt ist knapp und wird von vielen Gruppen stetig weiter beansprucht. Eine bauliche Verdichtung nach innen wurde bereits im städtebaulichen Leitbild verankert und vorangetrieben, um die wachsende Bevölkerungsanzahl auf möglichst gleichem Raum zu beherbergen. Damit steigt auch der Druck auf die Grünräume, den öffentlichen Verkehr, die Schulen, Spielplätze, Velowege, Strassen... Zur Erreichung der bevorstehenden Herausforderungen wird neuer Raum in den bereits bebauten Stadtteilen notwendig, um die neuen Bedürfnissen zu bewältigen. Einen Teil der anstehenden Transformation wird auch in der Mobilität erwartet. Gerade das Auto steht zunehmend unter Druck. Die geringe Personenauslastung von unter 1.2 P/km machen den PW zu einem Verkehrsmittel mit hohem Platzbedarf. Ein durchschnittlicher Parkplatz besetzt rund 12m2. Dies entspricht der Grösse eines Schlafzimmers. Die Stadt Zürich stellt 47‘500 öffentliche PP zur Verfügung, die gesamt rund 650‘000m2 reine Parkfläche bedecken. Diese Flächen sind in der Regel asphaltiert und versiegelt, was das Stadtklima weiter verschlechtert. Wir behaupten, dass die Parkplätze zwingend verdichtet werden müssen, um Platz auf den Strassen für den bevorstehenden Wandel zu schaffen. Wie die frei gewordene Fläche genutzt werden soll, wird hier nicht diskutiert.
78 Parkhäuser
Um die Parkplätze an der Oberfläche zu vermeiden ist der Bau von Tiefgaragen zurzeit gängige Praxis. Tiefgaragen emittieren jedoch ihrerseits viel CO2 in der Produktion der verwendeten Baustoffe (Beton/Stahl). Deshalb werden hier 78 oberirdische Parkhäuser vorgeschlagen, die als automatisierte hölzerne Hochregellager sehr platzsparend, die bestehenden öffentlichen 47‘500 Parkplätze aufnehmen können. Diese beruhen auf bereits bestehenden Parksystemen, die erfolgreich in den dichten Metropolen weltweit verwendet werden. Beispielsweise in Tokyo, wo auch Velos in automatisierten Hochregellagern geparkt werden. Im Raster von 1km verteilen sich die 78 PH auf die gesamte Bauzone der Stadt Zürich und sind in maximal 10 Minuten Gehdistanz vom gewünschten Ziel erreichbar. Die vorgeschlagenen PH richten sich nach der maximalen Gebäudehöhe der entsprechenden Zone und wurden auf noch bestehenden Freiflächen platziert.
Die drei dargestellten Beispiel zeigen fallstudierartig auf, wie die vorgeschlagenen PH auf die lokalen Gegebenheiten reagieren können und einen Mehrwert über das Parken hinaus bieten können. Zudem wird erwartet, dass kurze Strecken weniger oft mit dem Auto zurückgelegt werden (schnell zum Einkaufen, um das Schleppen zu vermeiden, oder bei Regen zum Abendessen bei Freunden um die Ecke), da das Auto nicht direkt vor dem Ziel abgestellt werden kann. Lange Fahrten, in schlecht erschlossene Gebiete, das Reisen in grossen Gruppen, oder der Transport von grossen Gegenständen sind jedoch mit dem Auto immer noch bequem möglich. Das Auto wird für die Strecken, die im ÖV gut bewältigbar sind, gleichgestellt. Zudem entstehen so bei den PH neue Hubs, die als Ankernutzung weitere Nutzungen anziehen können in denen das Carsharing selbstverständlich dazugehört und gestärkt wird.
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Heidi-Abel

Heidi-Abel

Wohnsiedlung Heidi-Abel
Projektwettbewerb, Zürich, 2022
Engere Auswahl
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Landgarten

Landgarten

Städtebaulicher Ideenwettbewerb / Projektwettbewerb, 2 Stufig
Stallikon, 2023, 2.Stufe, 3.Rang/Ankauf
Landschaftsarchitektur: Michael Gersbach
Holzbauingenieure: Timbatec
Kopf
Wo bin ich?
Laut aktuellen Studien des Bundesamts für Umwelt (Wandel der Landschaft, 2017) Wünscht sich rund 70% der Schweizer Bevölkerung ein Dorf als Wohnort. So ist es auch nicht erstaunlich, dass 2020 ca. 68% der Bevölkerung (BFS) in einer Gemeinde mit weniger als 20 000 Einwohnerinnen lebten. Dieser Trend scheint auch in Zukunft anzuhalten, zumal die Pandemie und das aufkommende Homeoffice ein weiterer Treiber für ebendiese Entwicklung sein könnte.
Das Idealbild vom Einfamilienhaus im Grünen, in der Nachkriegszeit entstanden, scheint bis heute anzuhalten und veränderte die Landschaft nachhaltig. Durch die voranschreitende Industrialisierung, war plötzlich ein Leben auf dem Land möglich, ohne das Land selbst beackern zu müssen. In der Folge wird das „Land“ heute anderweitig konsumiert. So wird die Landschaft zur Kulisse des eigenen Hauses, zum Landschaftspark für Spaziergänge und zur Sportarena. Die daraus entstandene Zersiedelung des Mittellandes und Ihre Folgen sind mittlerweile gut bekannt und beinahe seit einem halben Jahrhundert Thema. Diese Entwicklung scheint sich immer mehr zuzuspitzen und der Unmut über den stetigen Landschaftskonsum wächst.
Ein Befreiungsschlag scheint nötiger denn je. Die Einfamilienhauszonen aus den 50ern und 60er Jahren werden allmählich aufgezont und die letzten Baulandreserven mit höchstmöglicher Ausnützung versehen, in der Hoffnung mehr Bewohnerinnen auf weniger Bodenfläche unterbringen zu können und so der Zersiedelung entgegen zu wirken. So entstehen neue Wohngebäude weiter jahresringartig um den Dorfkern und erstrecken sich immer weiter ins offene Feld hinaus. Alle auf der Suche nach dem „freien Blick“, der mit den nächsten Siedlungsringen nach und nach wieder verschwinden wird. Dabei bringt die Zersiedelungsmechanik ähnliche Probleme mit sich, wie es auch Touristen auf der Suche nach der unberührten Natur wiederfinden – nämlich nur Seinesgleichen
Herz
Wohin?
Richtet man den Blick darauf, worauf auch die meisten Wohnhäuser ausgerichtet sind: auf die Landschaft und mit Blick ins Grüne, scheint der Fokus der Bewohnenden längst klar. Den Hintergrund und die Basis, die in der Stadt der Wohnblock leistet, bildet hier die Landschaft. Diesen Fokus sollte auch das Leitbild und das Baurecht zum Ausdruck bringen. Weg vom Gebauten, hin zum unbebauten Landschaftsraum. Deshalb soll hier in Stallikon die Landschaft als städtebauliches Herzstück vorrangig entwickelt werden. Sie wird zum Ausgangspunkt und zum Regelwerk für das Gebaute und soll ein wohnen in der Landschaft wieder möglich machen, ohne Sie zu konsumieren. Vielmehr muss die Landschaft mit den Gebäuden mitgebaut werden.
Den geologischen und historischen Gegebenheiten folgend, wurden rund um Stallikon fünf Landschaftstypen – um den Dorfkern herum – erarbeitet, die in ihrer Addition den spezifischen Landschaftsraum ausmachen Es wurde nicht zwischen natürlicher Landschaften und Kultur-Landschaften unterschieden. Felder, Weiden, Mais, Soja, Raps,... sind ebenso landschaftsbildend. Entscheidend ist jedoch die Ausdehnung dieser Landschaftstypen, die sich kaum auf einzelne Parzellen beschränken lässt. (Karte links)
Landschaftstypen, 5+1:
Die Streuobstwiesen um den Dorfkern
Das offenes Feld im Talboden
Die Flussaue entlang der Reppisch
Die Bachtobel am Hang, senkrecht zum Tal
Der Wald an den Hangflanken
Die Kernzone, kein Landschaftstyp, die Ausnahme
Innerhalb des Bearbeitungsperimeters befinden sich zwei Landschaftstypen und der Dorfkern, die im folgenden thematisiert werden. Für alle weiteren Typen könnten in der Folge, Fallstudienartige Projekte erarbeitet werden, die mögliche weitere Reaktionen von Gebäuden und Landschaft aufzeigen. Denkbar wären beispielsweise halbhohe Waldrandhäuser im bestehenden Einfamilienhausquartier ganz im Süden des Dorfs, die nebst dem tollen Waldblick auch den Ökologisch wertvollen Waldsaum wieder aufwerten würden. Um solche neuen Gebäudetypen zu entwickeln scheint sich der Projektwettbewerb als bereits bekanntes Mittel bestens zu eignen.
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Bürkliplatz

Kiosk Bürkliplatz

Projektwettbewerb, Zürich, 2022
Kein Kiosk!
Mit der Bearbeitung des Projektwettbewerbes wurde schleichend klar, dass der geforderte Ersatzneubau eine Zementierung der unbefriedigenden städtebaulichen Struktur am Bürkliplatz und der Stadthausanlage zur Folge hätte. Deshalb wird dieser Projektwettbewerb zum Anlass genommen eine programmatische Überarbeitung und städtebaulichen Neuausrichtung für die Stadthausanlage und die immer heisser werdenden Tage vorzuschlagen.
Sowohl der Maillard Pavillion, als auch die grosse Vielfalt bestehender Baumarten auf der Stadthausanlage deuten darauf hin, dass der heutige Platz wohl lieber Garten wäre. Ähnliche Pavillons, ursprünglich als Musikpavillions inmitten der neu angelegten öffentlichen Parkanlagen des ausgehenden 19. Jahrhunderts gedacht, entstanden zu dieser Zeit in Pärken in den grossen Metropolen Europas. Immer standen Sie inmitten des Parks meist auf einer chaussierten Fläche, wie beispielsweise der Musikpavillion auf dem Platzspitz hinter dem heutigen Landesmuseum. Die heutige versiegelte Asphaltfläche auf der gesamten Stadthausanlage scheint den Maillard-Pavillion umschlossen zu haben, und macht Ihn zum entwurzelten Überbleibsel der früheren Parkanlage. Ebenso scheint es den Bäumen zu gehen, die vor rund 30 Jahren gepflanzt, die die 10 Meter heute jedoch kaum überragen. Diese wunderbare Artenvielfalt scheint eingeengt in Metallringen, die hoffnungsvoll auf bessere Tage warten um in Zukunft endlich mehr Schatten zu spenden.
Im Geiste der einstigen barocken Stadthausanlage soll diese wieder entsiegelt, chaussiert und zur Steigerung der Artenvielfalt sporadisch mit Ruderalflächen zur Gartenanlage zurückverwandelt werden. Dadurch wird die Südfassade der Nationalbank ganz selbstverständlich zur Gartenfassade, und stärkt die Positionierung der Haupteingänge entlang der Börsenstrasse.
Damit diese Rückführung in eine Gartenanlage gelingt, wird der geschichtsträchtige Markt versetzt und erhält gleich nebenan eine neue grosszügige befestigte Fläche rund um den Geiserbrunnen. Hier auf der neu zu schaffenden Begegnungszone mit Tempolimit 20 kann sich sowohl der Wochenmarkt, als auch der Flohmarkt ausdehnen und hätte entlang der Fraumünsterstrasse durchaus noch Wachstumspotential ¬– vielleicht sogar bis ganz nach vorne zum Münsterhof. Wer weiss… Gleichzeitig entsteht so eine durchgehende ebene Fussgängerzone von der Kurt-Guggenheim-Anlage und der Bahnhofstrassen. Über die neue Stadthausanlage bis hin zur Limmat.
Dafür werden 70 bestehende Parkplätze entfernt und die 3 Carplätze an die Talstrasse, bei der Kurt-Guggenheim-Anlage verschoben. Ohne parkierte Autos erhascht man jetzt auch von weit hinten einen Blick auf den See und die Berge und kann auf dem neuen Platz rund um den Geiserbrunnen das Feierabendbier samt Snack bei an den neuen 2 Foodtrucks abholen – dank tiefen Fixkosten zu unschlagbaren Preisen und durch tägliche Rotation der Stände, mit abwechselnden Menüs von unterschiedlichen Anbietern.
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Reusslandschaft

Reusslandschaft

Landschaftsentwicklungsstrategien für die Periurbanen Siedlungszonen im Schweizer Mittelland
Masterthesis ETH Zürich, 2022
Landschaftsseen für das Mittelland
Vor dem Hintergrund einer mehr oder weniger gescheiterten Raumplanung, die nicht in der Lage ist dem inneren Druck der Zersiedelung etwas entgegen zu setzen und einem Umfeld indem 70% der Schweizer Bevölkerung „das Dorf“ als Ihr Idealbild und als wünschenswerten Lebensraum erachtet, drängt sich die Frage auf, wie das urbane Dorf in hundert Jahren – also 2121 – aussehen soll?
Richtet man den Blick darauf , worauf auch die meisten Wohnungen und Häuser ausgerichtet sind: auf die Landschaft und mit Blick ins „Grüne“, scheint der Fokus der Bewohnenden klar. Diesen Paradigmenwechsel sollte auch die entwerfende Seite vollziehen.
Die Absicht dieser Arbeit ist es aufzuzeigen wie ein Landschaftsraum als Flucht- und Identifikationspunkt einer territorialen Wohnform, die den Landschaftsraum als gemeinsamen Freiraum versteht, allen dienen kann. Mit der Möglichkeit in der Landschaft zu wohnen ,soll auch aufgezeigt werden wie alternative Wohnformen zum individualistischen Wohnmodell des Einfamilienhauses, entstehen können. Umgeben von Grün und in zusammenhängenden Ökosystemen.
Der See als Modell
Als offene unbebaute Fläche dient der See hier modellhaft als Beispiel einer wieder erkennbaren Landschaft, die auch raumbildend wirkt. Ungleich dem Wald, der ebenfalls einen öffentlich zugänglichen Raum ausbildet, spannt der See eine Fläche auf, die wenn nicht topografisch gefasst, nur durch den Horizont begrenzt wird. Die Wasserfläche als kontinuierliches „Gewebe“ zwischen den einzelnen Anrainergemeinden und Akteuren vermag auch gegensätzliche Nutzungen in eine räumliche Beziehung zu bringen. Von der Kernstadt über reine Wohnquartiere, repräsentativen Gebäuden, Industrie und Hafenanlagen, bis zur Infrastruktur mit Trinkwasseraufbereitung stossen sie alle an den See.
Mit dem Gewässerschutz ist gleichzeitig auch ein Bewusstsein entstanden, das sich darin äussert, dass ein direkter Berührungspunkt mit diesem Landschaftsraum z.B. in Form eines Uferwegs von der Öffentlichkeit erwartet wird. Dieses Wertverständnis gilt es auch für die begrünte und bewohnte Landschaft zu entwickeln. Der See als Modell soll dazu dienen eine klar umrissene Fläche den Anrainern zu zusprechen, ohne die Bewirtschaftung zu verbieten, oder eine Zone zu schützen und diese damit dem Gestaltungsspielraum zu entziehen oder zu konservieren. Dabei zeigt das Beispiel des Sees auf, dass es auch selbstverständlich sein kann, eine gemeinsame Ressource nicht zu verschmutzen, damit diese allen zugänglich bleibt. Dabei Überlagern sich mehrere Nutzungsansprüche: Diejenigen der Fischenden, der Badenden, oder der Bewohnerinnen und Bewohnern, und bilden dadurch einen komplexen Raum, der nicht monofunktional von einer Nutzerinnen Gruppe beansprucht wird, sondern konstant, immer von neuem verhandelt werden muss.
Defragmentieren
In der Computersprache beschreibt das Defragmentieren einen Prozess bei dem lose Speicherfragemente wieder in eine möglichst sinnvolle Reihenfolge aneinander gereiht – reorganisiert – werden. Dadurch wird das System Leistungsfähiger und es wird weniger Speicherplatz auf der Festplatte verbraucht.
Auf ähnliche Art und Weise sollten auch Landschaften und ihre Habitate defragmentiert werden, um wieder grössere, zusammenhängende Ökoysteme zu bilden.
Elemente
Landschaftssee:
Der Landschaftssee bildet eine klar umrissene Fläche, die über Gemeinden hinweg als unbebaute Zone ausgeschieden wird . Darin sollen keine Gebäude errichtet werden, ausser sie dienen der Bewirtschaftung der Landschaft. Alle neu errichteten Gebäude innerhalb der Landschaftszone (z.B. Ställe zur Mutterkuhhaltung) müssen vollständig rückbaubar sein. Bestehende Gebäude sind nach Möglichkeit rückzubauen, asphaltierte Strassen sollen auf die Haupterschliessungsachsen reduziert und die allgemeinen Nutzungen extensiviert werden, damit ein reichhaltiges Ökosystem heranwachsen kann.
Der Landschaftssee soll sich im Massstab an der Grösse der Schweizer Seen orientieren – Ein See ist kein Tümpel, oder Weiher. Eine zusammenhängende Fläche ist Grundvoraussetzung für den landschaftlichen und ökologischen Wert. Mit der Entwicklung des Landschaftssee sollen Ökosysteme und Habitate wieder besser vernetzt und defragmentiert werden.
Uferzone:
Die Uferzone bildet ein durchgehendes öffentliches Band rund um den Landschaftssee. Dieses Band, eine Art linearer park entlastet den Landschaftssee von intensiven Freizeitnutzungen und vernetzt die umliegenden Siedlungen. Im Sinne einer Potentialfläche muss die Uferzone nicht sofort vollständig zur Parklandschaft umgebaut werden und kann auch bestehende Landwirtschaftsflächen weiterhin beinhalten. Als Pendant zur öffentlichen Bauzone sollen innerhalb
des Ufers nur bodennahe öffentliche Nutzungen und temporäre Gebäude errichtet werden, die der Allgemeinheit zu gute kommen und so den öffentlichen Charakter dieses linearen Parks unterstreichen.
Innerhalb der Uferzone liegt eine breite Promenade die sich unterschiedliche Verkehrsteilnehmer gemischt teilen und deshalb als Langsamverkehrsachse ausgebildet ist. Die Uferpromenade ist sickerfähig und chaussiert, zeichnet den Rand des Landschaftssee mit einer Linie in die Umgebung. Die 20m breite Promenade kann bei kleinerem Nutzungsbedarf langsam einwachsen und wird so selbst als Ruderalfläche zu einem weiteren Habitat für Insekten und Reptilien. Damit erhält die Uferpromenade das Potential einen grösseren Verkehrsfluss aufzunehmen und schrumpft bei kleinem Bedarf zu einem Trampelpfad.
Landschaftsbauzone:
Sowohl der Landschaftssee als auch die Uferzone dienen schlussendlich der Siedlung und den BewohnerInnen und Bewohnern und sollen durch die Landschaftsbauzone, dem letzten Element, zusätzlich gestärkt werden. Durch das Ausscheiden dieser neuartigen und grossflächigen Landschaftsbauzone soll das restliche Gemeindegebiet vom rigiden Korsett der bestehenden Bauzonen befreit werden. Das soll den Gemeinden ermöglichen neue Gebäude zusammen mit der Landwirtschaft und der Landschaft zu denken. Eine territoriale Siedlungsform, die dem Wohnen im Grünen noch näher kommt.
Voraussetzung dafür ist, dass mit der weiteren Siedlungsentwicklung die Landschaft gleichsam weiterentwickelt wird. So sollen Gebäude im Waldrand einerseits den Lebensraum „Waldrand“, der vielerorts durch die scharf zugeschnittenen Wälder abhanden gekommen ist, wieder herstellen und gleichzeitig neuen Wohnraum schaffen. Im Projektteil sind hierfür beispielhaft einige Gebäudetypen entwickelt worden.
Allen ist gemein, dass sie im Raster der Umgebung – der Landschaft – gedacht sind und nicht in verdichteter Form denkbar sind. Diese Gebäudetypen versuchen die Umgebung nicht zu zerschneiden und die Landschaft wieder zu vernetzen und zu aggregieren – zu defragmentieren. Die Überlagerung von Landschaft und Gebäude und nicht deren Trennung ist das Ziel.
Damit soll einerseits aufgezeigt werden wie ein Leben im Grünen entsprochen werden könnte und andererseits dem bestehenden Dorfkern erlauben sich wieder zu verdichten und nicht Gartensiedlung, oder Einfamilienhausquartier zu sein. So soll das Dorf als Zentrum in der Landschaft ablesbar werden und im Kontrast zum Wohnen im Grünen, einem Wunsch nach einer kollektiven Wohnformen folgen.
Zuallerletzt verlangt all dies eine Abkehr vom persönlichem Haus im persönlichen Garten. Ich glaube, dass die privaten Gärten sich zugunsten einer grossen Landschaft auflösen sollten. Nicht für die Tiere, für das Klima, sondern für die BewohnerInnen selbst, die so von einem noch grösseren Garten profitieren können, den sich aber alle Organismen teilen müssen – Einen Garten der durch den Akt des Einzäunens nur kleiner werden kann.
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Alpuri Oqro

Alpuri Oqro

Alpkäserei + Gästehaus
Direktauftrag: Vorprojekt+ Ideenstudie
Chorchani, Georgien 2021-2023
Zusammenarbeit mit Joël Berger
Modellbilder, Noah Santer
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Unteruhldingen

Haus am Bodensee

Direktauftrag , Unteruhldingen, Deutschland 2021
Wohnform
Als Ferienwohnungen direkt am Bodensee sollten alle Parteien gleichermassen vom Seeblick und von einem direkten Gartenzugang profitieren. Dabei entstanden sind 4 Maisonette Wohnungen, alle mit 360 Grad Rundumsicht.
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Gaswerk

Gaswerkareal

Städtebaulicher Ideenwettbewerb, Bern, 2021
Zusammenarbeit mit Dorsa
Überlagerung von Stadt und Flussaue
Ungleich der Trennung der modernen Stadt in Ihre funktionalen Einzelteile versuchten wir im Ideenwettbewerb für das Gaswerkareal in Bern ein Schichtung und Anreicherung in der Überlagerung der einzelnen Programmteile zu erreichen. Namentlich den Wohn- und Gewerbenutzungen, den öffentlichen Stadtpark, sowie der ökologischen und klimawirksamen Naturflächen.
Dazu werden die Baukörper angehoben und bieten ein offenes und öffentlich durchgehendes Erdgeschoss, dass Teil des Parks wird. Unterhalb und inherhalb der Fassadenlinie der Gebäude befinden sich die versiegelte Erschliessung und Infrastruktur, die die Grundlage des Masterplans bildet. Durch diesen räumlichen Zusammenschluss, indem die Gebäudekörper das Wegnetz immer überlagern müssen, wird durch die präzise Wegführung die gesamte städtebauliche Form definiert und sogleich die Infrastruktur mitgeführt.
Das Erdgeschoss wird von punktartigen Sockelbauten, die die Gebäudezugänge und die VPP und Keller beinhalten zoniert. Diese raumbildenden Sockel bilden präzise Durchblicke im Erdgeschoss und Rahmen die neue Stadtaue.
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Humrigen

Mehrfamilienhaus Humrigenstrasse

Direktauftrag, gebaut
Herrliberg, Zürich, 2018
Urbanes Vorstadthaus
Das neue Mehrfamilienhaus an der Humrigenstrasse in Herrliberg steht auf einem Hochplateau nahe am Wald in einem sehr heterogenen Quartier, das aus Einfamilienhäusern, Reihenhäusern, mehrgeschossigen Zeilenbauten aus den 1950er Jahren und zeitgenössischeren Mehrfamilienhäusern besteht. In diesem Quartier übernimmt das Mehrfamilienhaus den muralen Charakter und die Lochöffnungen der umgebenden Bauten und strebt nach einer klar proportionierten Fassade mit einheitlichen Fenstern.
Die Hanglage ermöglicht es, die vier Wohnungen direkt über einen Lift und ohne Treppenhaus zu erschließen. Dabei führen die Fluchtwege der obersten Wohnungen über eine hangseitige Treppe direkt ins Terrain. Die übrigen Wohnungen werden über die Außenräume entfluchtet.
Um den muralen Charakter und die rhythmische Fensterabfolge auch von innen erlebbar zu machen, sind die Wohnungen um einen Küchenkern herum organisiert und die Fassade von innen freigestellt. So erhalten die klein geschnittenen Wohnungen einen großzügigen Blick entlang der gesamten Fassade.
esc
Textilmuseum

Textilmuseum

Erweiterung Textilmuseum
Ideenwettbewerb, St.Gallen, 2020
Ausdruck
Das Textilmuseum erhält ein neues Dach. Wie der bestehende Dachstuhl neigen sich die zwei neuen Dachflächen von der Vadianstrasse weg und bilden zum Bahnhof gegen Norden einen spitzen First. Unsere Blickstudien zeigen, dass die neue Spitze in der Innenstadt einzig entlang den städtischen Achsen – der St Leonhard-Strasse, sowie vom Oberen Graben – in Erscheinung tritt. Vom Bahnhofsplatz herkommend ist die neue Spitze des Dachs somit gut erkennbar und akzentuiert das Museum als öffentlichen Bau in der Innenstadt St.Gallens. Diese Dachform wirkt somit einerseits als Wiedererkennungsmerkmal für das Museum, bleibt andererseits auserhalb der oben erwähnten Stadtachsen unsichtbar. Der Altbau von Gustav Gull behält somit seinen eigenständigen Charakter und die ursprüngliche Präsenz.
Licht
Durch die minimale Belichtung werden die Sammlungsstücke geschont und deren Lebensdauer erhöht. Gleichzeitig leuchten Stoffe, Stickereien und Gewebe in diesem „Chiaroscuro“ – einem Zwie- oder Dämmerlicht ähnlich – besonders kräftig. Die Exponate erhalten so erstaunliche Tiefe, Plastizität und Haptik. Es ist diese physische Präsenz, die den Besuch im Textilmuseum im digitalen Zeitalter besonders auszeichnen soll.
esc
Hochbergerstrasse

Hochbergerstrasse

Umbau Hochbergerstrasse
Projektwettbewerb, Basel, 2020
Struktur + Farbe
In einer ersten Etappe wird das Gebäude bis auf die Tragstruktur – bestehend aus Stützen, Unterzügen, Treppenhauskern und Decken – rückgebaut. Sie bildet das Skelett für eine jetzige und zukünftige bauliche Nachhaltigkeit und wird deshalb integral erhalten. In diesem Zustand ist das Haus nur noch Struktur. Hier treten die grossen Stützen und Unterzüge erstmals zu Tage. Sie sind der starre, unbewegliche und potentiell ewige Teil des Hauses, tragen die BewohnerInnen und Pflanzen und dienen ihr als Skelett. Wo die Struktur starr und unbeweglich ist und der zeitlichen Veränderung nur marginal unterworfen, verhälten sich die Pflanzen gegenteilig dazu. Sie schwanken in unterschiedlichen Rhythmen: In Tageszeiten und Wochentagen, blühen und vergehen in den unterschiedlichen Jahreszeiten. Die nicht tragenden Wände sind nicht Teil des Skeletts, dienen einzig dazu Wohnungen und Räume zu bilden. Sie sind von der Tragstruktur losgelöst und folgen einer Logik, die ganz den Wohnräumen verpflichtet ist.
esc